Burnout-Fakten

Burnout [engl. für "Ausbrennen] ist ein schillernder, schwer fassbarer Begriff. Chronische Müdigkeit, Energiemangel, psychosomatische Reaktionen – mehr als 130 verschiedene Anzeichen gibt es für das Phänomen.

Burnout [engl. für "Ausbrennen] ist ein schillernder, schwer fassbarer Begriff. Chronische Müdigkeit, Energiemangel, psychosomatische Reaktionen – mehr als 130 verschiedene Anzeichen gibt es für das Phänomen.

Amerikanischen Wissenschaftler diagnostizierten Burnout anfänglich vor allem im Bereich der so genannten Full-contact-Berufe, der Berufsbilder im sozialen Bereich. Doch seit einigen Jahren richten Arbeitsmediziner und Psychologen ihr Augenmerk auch auf die Wirtschaft.

StatistikIm Gesundheitsreport 2004 der Betriebskrankenkassen (BKK) wird deutlich, dass die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage in den letzten Jahren zwar gesunken ist, der Anteil an psychischen und Verhaltensstörungen aber auf 7,5% aller Versicherten gestiegen ist. 1990 lag er noch bei 3,7%.

Nach einer 1996 vom Emnid-Institut durchgeführten repräsentativen Befragung von 2.000 Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen, leidet bereits jeder vierte unter dem Burnout-Syndrom und weist Stressymptome auf, beispielsweise Depressivität, chronische Müdigkeit oder Brust- oder Kopfschmerzen. Heute, knapp 10 Jahre später, kann man von einem weiteren Anstieg dieser Zahlen ausgehen, da immer mehr Aufgaben von immer weniger Mitarbeitern bewältigt werden müssen. Doppel- und Dreifachbelastungen, beruflich wie privat sind alltäglich.

Wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich am Burnout-Syndrom leiden, ist umstritten. Die Schätzungen reichen von etwa 300.000 Menschen bis hin zu 1,5 Millionen. Der Grund für diese weite Spanne: Das Krankheitsbild wird sehr unterschiedlich ausgelegt.

Entsprechend schwer fällt es, den volkswirtschaftlichen Schaden zu beziffern, der durch das Ausbrennen verursacht wird – beispielsweise durch einen langsam steigenden Krankenstand sowie eine insgesamt geringere Belastung und Ausdauer der betroffenen Arbeitnehmer und Führungskräfte. Einen Anhaltspunkt vermitteln jene Summen, die durch migräne- und kopfschmerzbedingte Kurzausfälle von bis zu drei Tagen auflaufen. Allein dadurch entstehen der Wirtschaft Ausfälle in Höhe von etwa sieben Milliarden Mark jährlich.

Der angesehene amerikanische Unternehmensberater Tom DeMarco weist zudem auf erhebliche Produktivitätsverluste durch das Burnout hin. Früher oder später entschliessen sich ausgebrannte Mitarbeiter zur Kündigung. Wer aber meint, mit frischen Neuzugängen sein Effizienzproblem zu lösen, statt innerbetriebliche Strukturen zu verändern und den Mitarbeitern Maßnahmen zur Burnout-Prävention anzubieten, den belehrt DeMarco eines Besseren: Fluktuation ist ein Kostenfaktor. Zum einen geht dem Unternehmen die Investition in das Wissen des Mitarbeiters verloren; zum anderen erfordert die Einarbeitung des Nachfolgers Zeit und damit Geld. Dazu addiert sich der Produktivitätsverlust eines Teams oder einer Abteilung während der Integrationsphase des neuen Kollegen. Neben der Fürsorgepflicht gibt es also auch durchaus ökonomische Gründe, bereits erste eindeutige Hinweise auf das Burnout-Syndrom ernst zu nehmen.

Marion Kaiser-Elsner

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